Der unter die Haut gehende Film war schon auf der Berlinale zu sehen (Silberner Bär Alfred-Bauer-Preis), im August 2019 wurde er als deutscher Vorschlag für die Kategorie „bester internationaler Film“ bei der Oskar-Verleihung 2019 ausgewählt. Nun läuft er in den Kinos.
Drehbuchautorin und Regisseurin Nora Fingscheidt schreibt: „Als wir vor sechs Jahren einen Dokumentarfilm über ein Heim für wohnungslose Frauen in Stuttgart drehten, hörte ich zum ersten Mal den inoffiziellen, aber in der Jugendhilfe gängigen Begriff „Systemsprenger“. Denn die Bewohnerin, die an diesem Tag einzog, war erst 14 Jahre alt. Keine Institution der Jugendhilfe wollte sie mehr aufnehmen.“
Und genau davon handelt der Spielfilm, der auf langjähriger Recherche basiert. Die neunjährige Benni (sehr glaubwürdig gespielt von Helena Zengel) kann nicht bei ihrer total überforderten Mutter bleiben, obwohl sie sich das eigentlich so sehr wünscht. Es beginnt eine Odyssee von Heim zu Heim – sie schreit, sie ist aggressiv, einfach unangepasst und unkontrollierbar. Auch die engagierte Jugendamtsmitarbeiterin ist ratlos, dann bietet sich der neue Schulbegleiter an, intensiv mit Benni zu arbeiten – doch auch dabei ist das Scheitern quasi vorprogrammiert.
Viele Infos zum Film und zum Thema: www.systemsprenger-film.de
Lesen Sie zu diesem Thema auch den Artikel „Systemsprenger“ von Urs Kaiser in PUNKT UND KREIS Nr. 57 Michaeli 2019: https://anthropoi.de/aktuell/punkt-und-kreis/